Heute fand in London eine Auktion statt, die zweifellos in die Geschichte von Christie’s eingehen wird. Unter den zum Verkauf angebotenen Objekten befand sich ein Paar äußerst seltener englischer Tischgloben aus dem späten 17. Jahrhundert. Gefertigt von drei herausragenden Londoner Kartografen – Robert Morden, William Berry und Philip Lea – sind die Globen nicht nur hochentwickelte wissenschaftliche Instrumente. Sie sind auch wahre Meisterwerke der kartografischen Kunst. Die Auktion der historischen Globen bei Christie’s ist ein außergewöhnliches Ereignis.
Auktion historischer Globen bei Christie’s
Diese Globen, die 21 Zoll (53 cm) hoch und 14¼ Zoll (36 cm) im Durchmesser sind, sind beeindruckende Beispiele für die Technologie und das geografische Wissen des späten 17. Jahrhunderts. Sie sind das Ergebnis präziser Handwerkskunst, bei der zwölf elliptische Kartensegmente (sogenannte Gores) sowie zwei runde Kappen für die Ober- und Unterseite des Globus gedruckt wurden.

Anschließend wurden sie sorgfältig auf eine 14 Zoll große Gipskugel aufgeklebt. Ränder und Grenzen wurden mit Aquarellfarben markiert, die wichtigsten Städte mit Gold hervorgehoben. Die Auktion historischer Globen bei Christie’s ist eine Gelegenheit, echte Unikate zu erwerben. Und ihr Wert ist praktisch unbezahlbar.
Geschichte und Entstehungskontext
Die Schöpfer dieser Globen – Morden, Berry und Lea – waren nicht die ersten, die einen gedruckten Globus in England herstellten. Diese Kunst wurde 1592 vom elisabethanischen Kartografen Emery Molyneux eingeführt. Als jedoch Morden, Berry und Lea ihre Tätigkeit in London aufnahmen, wurde der Kartenmarkt von den Niederländern dominiert.
Wert und Investition
Der geschätzte Wert dieses Globuspaares lag zwischen 100.000 und 150.000 Pfund. Das spiegelt ihre historische, wissenschaftliche und künstlerische Bedeutung wider.
Warum Globen absolut einzigartig sind
Die Auktion historischer Globen bei Christie’s ist ein außergewöhnliches Ereignis. Sie gehören nämlich zu den ältesten erhaltenen Paaren englischer Globen, die sich noch in Privatbesitz befinden. Ihr Zustand ist nahezu makellos – die Meridianringe lassen sich weiterhin drehen, die Stundenkreise sind noch immer an ihren Polen befestigt. Die Papierbänder und Horizontkreise weisen nur minimale Kratzer und Verblassungen auf.
Die Präzision und Einfallsreichtum dieser Globen spiegeln den empirischen Ansatz zur Beobachtung der Welt wider, der im England der Restauration aufblühte. Illustrationen indigener Gemeinschaften, exotischer Tiere, Schiffe und Meeresungeheuer verleihen ihnen einen einzigartigen Charakter und unterstreichen die Faszination damaliger Wissenschaftler und Entdecker.
Bedeutung für Wissenschaft und Kultur
Diese Globen sind auch von großer Bedeutung für die Geschichte der Wissenschaft und Kultur. Sie wurden als Lehrmittel sowie als unverzichtbares Element in den Bibliotheken gebildeter Gentlemen verwendet. Ihre präzisen Karten, die auf zeitgenössischen Quellen und nicht auf antiken Texten basierten, spiegeln das aktuellste geografische Wissen jener Zeit wider. Darstellungen wie Kalifornien als Insel oder unvollständige Karten von Australien und Neuseeland zeigen, wie dynamisch sich das Wissen über die Welt entwickelte.

