Der prestigeträchtige Wolkenkratzer gerät in Schieflage. Der Millennium Tower in San Francisco, sarkastisch als „schiefer Turm“ bezeichnet, sollte ein Symbol für Luxus und Prestige sein. Als das 58-stöckige Hochhaus 2009 fertiggestellt wurde, begeisterte es mit Modernität und Exklusivität. Über 400 luxuriöse Apartments, die von Sportstars oder einflussreichen Geschäftsleuten aus dem Silicon Valley bewohnt werden, waren im Handumdrehen verkauft. Der Millennium Tower sollte das prestigeträchtige Aushängeschild der Stadt werden. Doch schnell zeigte sich, dass sich hinter dem Luxus ernsthafte Probleme verbergen. Der luxuriöse Wolkenkratzer ist der schiefe Turm von San Francisco. Kann man sich einen größeren architektonischen Fehlgriff vorstellen?
Der schiefe Turm von San Francisco – was ist schiefgelaufen?
Im Jahr 2016 stellte sich heraus, dass der Millennium Tower auf besorgniserregende Weise absinkt und sich neigt. Anfangs wurde berichtet, dass das Gebäude um 40 cm im weichen Boden, auf dem es errichtet wurde, abgesunken ist. Damals betrug die jährliche Neigung des Wolkenkratzers 7,5 cm. Trotz Reparaturversuchen verschlechterte sich die Situation jedoch weiter. Heute beträgt die Gesamtschräglage des Hochhauses 66 cm. Die Bewohner, die Millionen Dollar in luxuriöse Apartments investiert haben, verlieren allmählich die Geduld. Interessanterweise vergleichen einige den Millennium Tower mit dem berühmten Schiefen Turm von Pisa, obwohl dieser eine viel längere und außergewöhnlichere Geschichte hat – im Gegensatz zu dem Wolkenkratzer in San Francisco, in dem Menschen tatsächlich wohnen.
Warum ist das passiert?
Der Millennium Tower wurde auf sumpfigem, weichem Untergrund errichtet. Das erwies sich als Hauptursache der Probleme. Der Wolkenkratzer verfügt nicht über Fundamente, die bis zum Felsboden reichen – was in Regionen wie San Francisco, die für instabile Böden bekannt sind, die Grundlage für Stabilität bildet. Letztlich beliefen sich die Baukosten auf über 350 Millionen Dollar, doch wurde dabei an entscheidenden Konstruktionslösungen gespart?

Trotz weiterer 100 Millionen Dollar, die in die Verstärkung des Fundaments investiert wurden, bringen die Rettungsversuche des Gebäudes nur magere Ergebnisse. Interessanterweise berichten Ingenieure, dass die Arbeiten zur Reparatur des Wolkenkratzers das Problem sogar verschärft haben. Der schiefe Turm von San Francisco neigt sich weiterhin um weitere Zentimeter. Wird die Millennium Tower bei diesem Tempo in ein paar Jahren zur Gefahr? Es wurde angedeutet, dass in diesem Fall Aufzüge und Abwassersystem ausfallen könnten. Von Exklusivität und Luxus kann kaum die Rede sein, wenn die Toilette nicht funktioniert.
Wie ist es möglich, dass ein so prestigeträchtiger Wolkenkratzer versagt?
Sicherlich ist der Millennium Tower nicht das einzige Beispiel dafür, wie ehrgeizige Pläne in einer Katastrophe enden können. Die Architekturgeschichte kennt zahlreiche ähnliche Fälle. Einer davon ist das Vdara Hotel in Las Vegas, dessen Fassade Sonnenstrahlen so reflektierte, dass sie… die Haut der Poolgäste verbrannte! Architektonische Fehler kommen selbst bei den luxuriösesten Projekten vor. Im Fall des schiefen Turms von San Francisco liegt das Problem jedoch tiefer – oder vielmehr im fehlenden Fundament.
Investitionen, oder über das Paradoxon des schiefen Turms von San Francisco
Der Millennium Tower ist ein Beispiel dafür, dass selbst in den prestigeträchtigsten Lagen und Projekten ernsthafte Probleme auftreten können. Werden die Entwickler aus dieser Lektion lernen? Oder wird der Immobilienmarkt weiterhin Menschen anziehen, die das Risiko eingehen, um an einem so exklusiven – wenn auch schiefen – Ort zu wohnen?
Der Millennium Tower ist ein perfektes Beispiel dafür, wie luxuriöse Investitionen zur Quelle von Problemen werden können. Trotz seiner erheblichen Schwierigkeiten ist das Gebäude weiterhin in Betrieb und zieht nicht nur Architekten, sondern auch Touristen an, die neugierig auf den „schiefen Turm“ von San Francisco blicken. Wie lange wird sich dieser Koloss noch neigen, bevor er völlig unbrauchbar wird?
Redakteur Luxury News
Consulting Premium
Quelle: theguardian.com

