Bereits am 6. Dezember laden wir Sie herzlich zur gemeinsam mit dem OKP Wasserturm in Kalisz organisierten Ausstellung von Norman Leto „Codzienna robota“ ein!

„Alltägliche Arbeit“ Norman Leto
Norman Leto ist das Künstlerpseudonym eines Schöpfers, dessen Vielseitigkeit immer wieder überrascht. Dies verdankt er einer breiten thematischen Spannweite, malerischer Virtuosität sowie der Verbindung von Wissenschaft und Kunst. Besonders hervorzuheben ist der Pioniergeist im Einsatz künstlicher Intelligenz in der polnischen Kunst. Die Ausstellung eines so außergewöhnlichen und eigenständigen Künstlers ist eine vielschichtige Erzählung. Wie eine Fernsehserie zieht sie das Publikum in ihren Bann und bringt näher, was den Künstler in den letzten Jahren beschäftigt hat. Am stärksten beeinflusst es seine kreative Vorstellungskraft.
Die Vielseitigkeit von Norman Leto zeigt sich in seinem souveränen Umgang mit malerischen und zeichnerischen Techniken. Die zuvor erwähnten hyperrealistischen, fast fotorealistischen Darstellungen auf Platten sind nur eine der vom Künstler verwendeten Stilrichtungen. Besonders hervorzuheben sind auch die Werke, die in der „Trockentechnik“ entstanden sind. Hier sieht man, wie eine Vielzahl von Linien das Bild aufbaut, und das Gesamtbild erst aus einer gewissen Distanz für den Betrachter erkennbar wird. Diese Werkgruppe ist sehr charakteristisch für den Stil des Künstlers. Sie sind ästhetisch beeindruckend, zeugen von solidem handwerklichem Können und bestehen hauptsächlich aus Landschaften – Reminiszenzen an die Wanderungen des Künstlers durch Wiesen, Wälder, Felder und Spaziergänge mit Hunden.


Auswahl der Arbeiten für die Ausstellung
Die für die Ausstellung in der Galerie Wieża Ciśnień in Kalisz ausgewählten Werke umfassen sowohl Arbeiten, die von Computerspielen inspiriert sind, als auch solche, die sich auf Fernsehen und Film beziehen. Der Künstler lässt sich zudem von aktuellen Weltnachrichten inspirieren. Die Besucher werden zweifellos Werke kennenlernen, die sich mit Leben, Existenz sowie dem Einsatz von Algorithmen, der Erstellung von Animationen, Videos oder Filmen beschäftigen. Darüber hinaus werden Bilder präsentiert, die einen künstlerischen Kommentar zu geopolitischen Ereignissen darstellen. Zu sehen sind auch Arbeiten, die Ausschnitte der von dem Krieg in der Ukraine geprägten Realität zeigen sowie Werke, die auf während des Malens leidenschaftlich gehörte Hörbücher anspielen – eine kreative Verarbeitung literarischer Werke.
Der Künstler verwendet beim Malen Werkzeuge, die seit vielen Jahren Teil seines Schaffens sind – das iPad oder die sich ständig erweiternden Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz. Ausgangspunkt für seine neuesten Gemälde ist häufig die KI. So entstehen Werke, die in Programmen wie Runway oder Stabble Diffusion generiert werden und die Fehler dieser noch unvollkommenen Bild- oder Videogenerierungsanwendungen wiederholen. Die Gesichter der auf den Bildern dargestellten Figuren sind oft verzerrt – das ist das Ergebnis von Fehlern beim automatischen Erstellen von Bildern auf Grundlage der vom Künstler verfassten Beschreibungen. Gerade diese Unvollkommenheiten faszinieren Norman besonders. Er überträgt sie konsequent auch auf Leinwand und HDF-Platten. Der Künstler erschafft häufig Fiktionen, rendert Objekte und Gegenstände, kreiert nicht existierende Ausstellungsräume und Häuser für Maler. Ebenso tauchen die Silhouetten von Biografien bekannter Persönlichkeiten aus Kultur und Politik auf, wobei er Daten, Algorithmen und Skripte für 3D-Grafik nutzt.

Norman ist ein Künstler, der vor allem für seine filmische Arbeit bekannt ist, insbesondere für das mehrfach ausgezeichnete „Photon“ und „Sailor“. Videoarbeiten, kurze Animationen sowie die Aufzeichnung der kreativen Routine des Künstlers „Tägliche Arbeit“ ergänzen die Ausstellung auf ideale Weise. Wir laden Sie ein in eine vom Künstler erdachte und erschaffene Welt, um in die Details einzutauchen, seinen Inspirationen und Obsessionen – oft privaten und intimen – nachzuspüren und die Möglichkeit zu nutzen, diesem außergewöhnlichen Schöpfer näherzukommen.

Künstlerbiografie:
NORMAN LETO ist ein vielseitiger Künstler – er beschäftigt sich mit Malerei, digitalen Simulationen, Videokunst und Literatur. Seine Gemälde sind oft Porträts nahestehender Personen, emotional bewegende Situationen sowie existentielle und intellektuelle Herausforderungen. Er malt schnell, basierend auf Fotografien, der Natur oder Videostills. Die Malerei von Norman Leto erinnert an die Werke von William Bouguereau oder Thomas Gainsborough. Seine Arbeiten beruhen häufig auf Algorithmen und künstlicher Intelligenz, und seine Projekte bewegen sich oft an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft – wie etwa bei den von ihm geschaffenen Lebenslauf-Körpern.
Er debütierte mit der Ausstellung im Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Warschau „Negative Aspekte übermäßiger Freiheit im Alter von 26 Jahren“ im Jahr 2007. Er ist der Autor der Filme „Sailor“ (2010), der vom britischen Wochenmagazin „Tribune“ als „das beste und überraschendste unabhängige Debüt“ bezeichnet wurde, sowie „Photon“ (2017). Für Letzteren erhielt er unter anderem den Goldenen Klaue-Preis beim Goldene Löwen Festival, den Publikumspreis, den Grand Prix des Festivals Neue Horizonte sowie den Grand Prix des Koszaliner Festivals für Filmdebüts „Junge und Film“. Er ist Preisträger des Polityka-Passports in der Kategorie Bildende Kunst (2018).
Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen Ausstellungen in den renommiertesten Institutionen in Polen und im Ausland präsentiert, darunter Jeune création européene, Paris 2007; Perfect Summer, New Media Artists, Gallery Vertexlist, New York 2008; Streets & Other Interiors, lokal_30 at ZOO Art Fairs, London 2009; Buttes Monteaux 3, Nationalmuseum, Krakau 2009; SAILOR, Filmpremiere, 10. Internationales Filmfestival Era Nowe Horyzonty 2009; Sprzedam połowę bliźniaka, Galeria Arsenał, Białystok (2009); Nicht existierende Ausstellungsräume (Museum für Fotografie, Krakau 2017); „Kintop. Vom Film“, Jan Tarasin Kunstgalerie, Kalisz (2018) sowie „Geh und sieh“, Stadtmuseum, Zabrze (2018); „AI dreaming + three wagnerites“ (Art Agenda Nova, Krakau, 2023), „Human Saga“ (Warschau, 2023), „Proof of concept“ (Breslau, 2024), „Don’t hate the player, hate the game“ (BWA Bielsko-Biała, 2024).

Ausstellungsinformationen:
Kuratorin: Małgorzata Gołębiewska, Art Agenda Nova
Vernissage: 6. Dezember 2024, 18:30 Uhr
Die Ausstellung läuft bis zum 25.01.2025
Veranstalter: Zentrum für Bildende Kunst Wasserturm
ul. Górnośląska 66a, 62-800 Kalisz
Zusammenarbeit: Art Agenda Nova, ul. Batorego 2, 31-135 Krakau
Die Pressemitteilung zur Ausstellung wurde auf Grundlage des kuratorischen Textes von Małgorzata Gołębiewska verfasst, der die Ausstellung begleitet.
Foto: Katarzyna Mierzwińska, Norman Leto / Archiv Art Agenda Nova
Werbematerialien OKP Wieża Ciśnień

