Zdzisław Beksiński ist vor allem für seine Malerei, Zeichnungen und Fotografien bekannt. Darüber hinaus schuf er jedoch monumentale Werke aus Metall und mit Zinn verbundenem Draht. Es entstanden auch Gipsmodelle, die formal Abstraktion und Figuration miteinander verbinden. Im Jahr 1964 fand in der Alten Orangerie im Warschauer Łazienki-Park, in der Galerie des Künstlers und des Zuschauers, eine Einzelausstellung des Künstlers statt. Kurator Janusz Bogucki präsentierte über 20 Skulpturen des Künstlers. Die Vorstellung dieser weiteren, am wenigsten bekannten Schaffensphase Beksińskis für ein breiteres Publikum schließt zweifellos eine wichtige Lücke. Andererseits ermöglicht sie eine umfassendere Analyse seines künstlerischen Werdegangs.
Hat sich Beksiński mit Bildhauerei beschäftigt?

Die Skulpturenarbeiten von Zdzisław Beksiński sind für viele eine Überraschung. Über viele Jahre hinweg blieben seine plastischen Werke wenig bekannte Artefakte, die auf eine umfassendere Aufarbeitung warteten. Im Gegensatz zu den Katalogen seiner Gemälde gibt es keine eigenständigen Publikationen über seine Skulpturen. Die Gelegenheit, Bronzegüsse zu präsentieren, ergab sich 2023 in den Gärten der Königlichen Burg auf dem Wawel. Danach folgte eine Ausstellung in einem völlig anderen Rahmen, nämlich im historischen Bergwerk „Guido“ in Zabrze. Tatsächlich waren dies die ersten Ausstellungen, die ausschließlich der Skulptur gewidmet waren.
Die 50er und 60er Jahre


Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre widmete sich der Künstler intensiv der Bildhauerei. Natürlich dauerte diese Phase seines Schaffens nur etwa ein Jahrzehnt und ist weder ausreichend bekannt noch beschrieben. Daher finden sich in der Literatur lediglich kurze Erwähnungen von Reliefs, Flachreliefs oder Drahtarbeiten. Im Januar 1966 traf Beksiński eine Entscheidung, die für seine weitere künstlerische Laufbahn von großer Bedeutung war. Er beschloss, sich nicht länger mit Zeichnung und Bildhauerei zu beschäftigen und sich ganz auf die Malerei zu konzentrieren. Damit war das Schicksal seiner Skulpturen besiegelt. Die Entscheidung, das Elternhaus in Sanok abzureißen und der notwendige Umzug nach Warschau führten dazu, dass die Werke irgendwo eingelagert werden mussten. So gelangten die Skulpturen in die Sammlung des Historischen Museums in Sanok sowie des Nationalmuseums in Breslau.
In den späteren Jahren kehrte Beksiński nicht mehr zur Bildhauerei zurück und wandte sich von diesem Medium ab. Unter anderem deshalb, weil ihm der geeignete Raum, ein Atelier sowie ausreichende finanzielle Mittel fehlten, um diese Tätigkeit fortzusetzen. Das hat zweifellos dazu geführt, dass wir ihn heute vor allem als Maler wahrnehmen. Infolgedessen können wir heute nur eine kleine Sammlung seiner Skulpturen erleben.
Hamlet und Macbeth


Zu den Skulpturen, die auf einem Drahtgestell mit Gipsüberzug oder aus zusammengeschweißten Blechteilen entstanden sind, gehören die von der Literatur inspirierten Werke Hamlet und Makbet. Skulpturen mit markanter Linienführung und ausgeprägten Vertiefungen. Hamlet ist eine verfremdete Darstellung einer menschlichen Figur – langgezogen und stark gebogen, ein Beispiel für eine Skulptur, die durch ihre monumentale Größe wirkt. Die Schlankheit und Irrealität der sitzenden Gestalt, verstärkt durch die Verformung der Figur, machen Hamlet zu einem teilweise abstrakten Werk, dem Ergebnis einer künstlerischen Vision. Die zweite Skulptur, Makbet, ist hingegen eindeutig eine tragische Figur, dargestellt als kniende Gestalt. Mit dramatisch nach oben ausgestreckten Armen zählt sie zu den expressivsten Werken des Künstlers. Sie wurde von der BWA in Rzeszów für die Sammlung angekauft.

Köpfe
Skulpturen aus der Serie Głowy, synthetisch , glatt ausgearbeitet und fein ziseliert, bilden einen Zyklus, der eine Variation über das Thema des menschlichen Schädels darstellt. Die Augenhöhlen und andere Öffnungen weisen unterschiedliche Formen und Tiefen auf. Zudem kontrastieren die Farben der verwendeten Patinas miteinander: von hellen Tönen bis zu tiefen Rottönen, Brauntönen und Schwarz. Die Schädelformen unterscheiden sich deutlich – einige sind kompakter und massiver, andere wirken leicht und durchbrochen. Symmetrische Einschnitte, Schnitte in den Köpfen und die Zerstörung der Materie verstärken beim Betrachter das Gefühl der Unruhe im Kontakt mit diesen besonderen Porträts. Darüber hinaus greifen die Skulpturen, ähnlich wie die Malerei, die Themen Tod und Vergänglichkeit auf. Sicherlich sind viele von ihnen auf der Grundlage von Zeichnungen des Künstlers entstanden.

Sammlerstücke aus Bronze
Ähnlich wurden die Skulpturen der Köpfe, die Reliefs sowie Hamlet und Macbeth in einer streng festgelegten Auflage von acht Exemplaren und vier Künstlerexemplaren geschaffen. Zusammenfassend lässt sich sagen, was aus Sicht von Sammlern besonders wichtig ist, dass damit die zulässige Auflage solcher Abgüsse für die Zukunft ausgeschöpft ist.





Text: Małgorzata Gołębiewska
Foto: Katarzyna Mierzwińska, Archiv Art Agenda Nova

